Brünn | BrnoVideo: Brünn in vier Minuten ...

 

Archäologische Funde von Skeletten belegen die Besiedelung des Brünner Beckens schon in frühester Zeit.

Ab dem 6. Jahrhundert kamen dann die Slawen und im 9. Jh. entstand an der Furt des Flusses Svratka eine Siedlung.
Dies geschah nicht zufällig, da sich hier am Zusammenfluß der Svratka und der Svitava die Handelswege von Nord nach Süd und auch von Ost nach West kreuzten.

Die Region richtete sich georaphisch vom böhmisch-mährischen Hügelland Richtung Süden und Donau aus.

Sie war auch immer das Grenzgebiet mehrerer ethnischer Gruppen.
Zur slawischen Bevölkerung kamen um den Wechsel vom 12. zum 13. Jahrhundert Siedler aus Deutschland, Flandern und Wallonien.
Wenzel I. gründete Brünn 1243 als Königsstadt Böhmens, was mit besonderen Privilegien verbunden war.
Mit Mitte des 14. Jh. wurde Brno Sitz der Markgrafen von Mähren und 1641 löste der Ort Olmütz als Hauptstadt ab.

Kirche des Heiligen Thomas in Brünn ...Am 2. Dezember 1805 standen sich bei Austerlitz unweit von Brünn die Armeen Napoleons und einer österreichisch-russischen Allianz unter Kaiser Franz II. und Zar Alexander I. gegenüber.
Die Niederlage der Koalitionsarmeen in der folgenden Schlacht, auch als Dreikaiserschlacht bekannt, besiegelte das endgültige Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Der Habsburger Franz II., bis dahin römisch-deutscher Kaiser, war ab jetzt nur mehr Franz I., erblicher Kaiser von Österreich.
Es verblieben ihm aber noch die Königswürden von Böhmen, Ungarn und Kroatien.

Am 7. Juli 1839 nahm die k.k. privilegierte Kaiser Ferdinands-Nordbahn auf der Teilstrecke zwischen Wien und Brünn den Betrieb auf.

Während des ersten Weltkriegs gelang es tschechischen und slowakischen Politikern unter der Führung von Tomáš Garrigue Masaryk bei den Alliierten wichtige Verbündete zur Errichtung eines unabhängigen tschecho-slowakischen Staates zu gewinnen.

Dieser wurde, nach der Niederlage der Mittelmächte, am 18. Oktober in Prag auch ausgerufen.
Am 30. Oktober 1918 verlautbarte eine Gruppe slowakischer Politiker in der Proklamation von Martin den Anschluß der Slowakei an den neuen Staat und Masaryk, geboren in Hodonin im Dreiländereck Tschechien, Slowakei und Österreich, keine 50km von Brno entfernt, wurde dessen erster Präsident.

Die Zeit um den zweiten Weltkrieg verlief für die Tschechoslowakei noch turbulenter wie für die meisten anderen Staaten des Kontinents und danach übernahmen die Kommunisten die Macht.
Alexander Dubček versuchte ab 1968 mit dem Prager Frühling Reformen und einen 'Sozialismus mit menschlichem Antlitz' im Land zu etablieren.
Da sich aber andere kommunistische Führungen in ihrer Macht bedroht sahen, setzten sie Panzer in Marsch und ließen das zarte Pflänzchen der Demokratie niederwalzen.

1989 gelang es den Tschechen und Slowaken dann doch, wie anderen Völkern Europas auch, die kommunistische Herrschaft abzuschütteln und eine nichtkommunistische Regierung einzusetzen.
Zum ersten Präsidenten des nun freien Landes wurde der Bürgerrechtler Václav Havel gewählt.

Mit Ende 1992 lösten die Tschechen und Slowaken ihren gemeinsamen Staat friedlich auf und Brno als Verwaltungssitz von Südmähren ist heute die zweitgrößte Stadt Tschechiens ...